DIE TESTER

Qeridoo Kidgoo 1 Sport Gen 2

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Ein Wagen für viele Wege

Fahrradanhänger und Buggy in einem: Wir haben den Kidgoo 1 Sport Gen 2 von Qeridoo zwei Monate lang als Ausflugsbuggy getestet.

Der Tester: Lukas Wenzel-Horner
Testzeitraum:
August bis Oktober 2026
Veröffentlichung:
Nachhaltig leben Magazin 1/27

Mühelos und wendig: Im Buggy-Modus ließ sich der Kidgoo bei unseren Ausflügen auch auf Schotterwegen leicht schieben. Bild: CDA Verlag GmbH

Ein Gefährt für Spaziergang, Ausflug und Radtour, das ein Kind über Jahre begleitet: Mit diesem Anspruch tritt der Kidgoo 1 Sport an. Der Einsitzer des deutschen Herstellers Qeridoo ist laut Hersteller für Kinder von sechs Monaten bis sechs Jahren ausgelegt, bei einem maximalen Kindergewicht von 22 Kilogramm. Ein Scheibenbremsen-Nachrüstset gehört zum Lieferumfang. Wir haben uns angesehen, wie er sich im Familienalltag als Buggy schlägt.

Viel Ausstattung, ein Haken beim Aufbau

Der Kidgoo kommt zusammengefaltet in einem großen Karton, die Laufräder liegen bereits in der Kabine. Kleinteile, das Bremsset und die Anleitung stecken in Einlagen aus Formfaser, die Kabine selbst ist in Folie eingeschlagen. Zum Lieferumfang gehören neben Kabine und Schiebegriff unter anderem das Buggyrad, zwei 20-Zoll-Laufräder, Kopfstütze, Rückenpolster, zwei Kopfprotektoren, Rücklicht und Wimpel sowie Deichsel und Schnellspannerkupplung für den Betrieb am Fahrrad. Die Grundmontage war schnell erledigt.

Mehr Zeit kostete das Scheibenbremsen-Nachrüstset, das beim Kidgoo 1 Sport zum Lieferumfang gehört. Ein Bremshebel am Schiebegriff steuert dabei zwei Bremssättel, einen pro Rad. Mit der gedruckten Anleitung allein taten wir uns bei der Montage schwer, erst ein Video-Tutorial auf YouTube half weiter. Das war unser deutlichster Kritikpunkt beim Aufbau: Für den Einbau des Bremssets braucht es Zeit und etwas Geduld.

Gut verpackt: Der Kidgoo wird zusammengefaltet in einem großen Karton geliefert. Die einzelnen Komponenten sind im Inneren verstaut. Bild: CDA Verlag GmbH

Platzsparend zusammengeklappt: So kam der Kidgoo aus der Verpackung. Bild: CDA Verlag GmbH

Gut verpackt, knifflig montiert: Kleinteile und Bremsset liegen in Einlagen aus Formfaser. Beim Einbau der Bremssättel half uns erst ein Video-Tutorial weiter. Bild: CDA Verlag GmbH

Schieben statt ziehen

Wir haben den Kidgoo ausschließlich als Buggy genutzt, bei Spaziergängen von zu Hause aus, auf Tagesausflügen und im Urlaub. Unser Testkind war im Testzeitraum zwischen elf Monaten und gut einem Jahr alt. Der Wagen schiebt sich mühelos und ist sehr wendig, der Schiebegriff lässt sich an die Körpergröße anpassen. Bergab spielt die Scheibenbremse ihre Stärke aus: Ein leichter Zug am Hebel genügt, um das Tempo zu dosieren und den Wagen kontrolliert abzubremsen. Für Pausen hält eine Fußparkbremse den Wagen an Ort und Stelle. Reflektoren an Rädern, Verdeck und Kabine machen ihn in der Dämmerung besser sichtbar. Den Betrieb als Fahrradanhänger haben wir in diesem Test nicht geprüft.

Auch auf längeren Ausflügen war der Kidgoo ein praktischer Begleiter. Für unser rund einjähriges Testkind bietet die geräumige Kabine noch reichlich Platz. Bild: CDA Verlag GmbH

Ein eigenes kleines Abteil

Unser Testkind saß bei den Ausflügen entspannt in der Kabine. Der Fünfpunktgurt mit magnetischem FIDLOCK-Gurtschloss bereitete im Alltag keine Probleme, die Kopfstütze lässt sich in Höhe und Form anpassen. Zwei seitliche Kopfprotektoren polstern den Kopfbereich ab, das Belüftungssystem rundum lässt sich von Hand regulieren. Verdunkelung und Insektenschutz des 3-in-1-Verdecks sind dank magnetischer Verschlüsse mit wenigen Handgriffen geschlossen, wenn die Sonne blendet oder Insekten draußen bleiben sollen. Auch mitgenommenes Spielzeug blieb während unserer Ausflüge an seinem Platz. Für Einkäufe und Wickeltasche bietet der Kofferraum 38 Liter, kleine Dinge finden in den Kleinkramtaschen im Innenraum Platz.

Ausflugsprofi statt Alltagsbuggy

Zusammengefaltet misst der Kidgoo 109 mal 66 mal 45 Zentimeter, leer wiegt er im Anhänger-Modus 19,5 Kilogramm. Das Falten klappt gut, im Kofferraum des Autos beansprucht er aber viel Platz. Als Alltagskinderwagen, der täglich im Auto mitfährt, haben wir ihn deshalb nicht genutzt. Seine Stärken spielt er bei Tagesausflügen, im Urlaub und auf Spaziergängen ab der Haustür aus. Beim Einladen sollte man auf die hervorstehenden Teile der Scheibenbremsen achten, um Kratzer am Fahrzeug zu vermeiden.

Für eine lange Nutzung spricht die Vielseitigkeit: Der Kidgoo ist Buggy und Fahrradanhänger, mit Zubehör auch Jogger oder Ski- und Wanderbegleiter, und er ist für Kinder bis 22 Kilogramm ausgelegt. Qeridoo gibt zwei Jahre Herstellergarantie und fünf Jahre auf Rahmenteile, Voraussetzung ist eine kostenlose Registrierung des Produkts. Ersatzteile vom Verdeck über den Hauptbezug bis zum Rahmen verkauft der Hersteller im eigenen Online-Shop, ein beschädigtes Teil lässt sich so gezielt tauschen.

Unser Fazit: Der Kidgoo 1 Sport Gen 2 ist ein komfortabler, wendiger Ausflugsbuggy, der sich dank Scheibenbremse auch bergab entspannt führen lässt. Die Kabine bietet dem Kind Platz für Jahre. Gurt, Verdunkelung und Insektenschutz funktionieren im Alltag ohne Umstände. Einzig der Einbau des Bremssets kostet Zeit, hier könnte die gedruckte Anleitung mehr helfen. Wer viel zu Fuß unterwegs ist und den Kidgoo später auch als Fahrradanhänger nutzen möchte, bekommt ein vielseitiges Gefährt, für das es Ersatzteile direkt beim Hersteller gibt.

Sport & Fitness

Modell

Qeridoo Kidgoo 1 Sport Gen 2

Siegel

Hersteller

Qeridoo

Modell

Kidgoo 1 Sport Gen 2

Leergewicht (Anhänger-Modus)

19,5 kg

Faltmaß (L × B × H)

109 × 66 × 45 cm

Kofferraumvolumen

38 Liter

Max. Kindergewicht

22 kg

Max. Körpergröße

116,5 cm

Max. Zuladung (Kind und Gepäck)

30,5 kg

Laufräder

20 Zoll

Bremsen

Fußparkbremse, Scheibenbremsen-Nachrüstset

Preis

900,00 €

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