DIE TESTER

SAVIN – Strom & Invest

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Der Tester: Lukas Wenzel-Horner
Testzeitraum:
September 2026
Veröffentlichung:
Nachhaltig leben September 2026

Savin verbindet Ökostrom, Nachzahlungspuffer und nachhaltigen Fondssparplan in einem Paket.

Strom bezahlen, Nachzahlungen abfedern und nebenbei nachhaltig sparen, alles über eine einzige Abbuchung: Mit diesem Versprechen tritt Savin an. Wir haben uns durch Tarifrechner, Kundenportal, Kleingedrucktes und Fondsunterlagen gearbeitet und geprüft, wie gut das Paket zusammenpasst.

Das Prinzip ist schnell erklärt. Savin lässt Kunden einen monatlichen Gesamtbetrag festlegen, der über dem reinen Stromabschlag liegt. Der Abschlag deckt die Ökostromlieferung, der Rest füllt zunächst den sogenannten Geld-Strom-Speicher bis zu einer selbst gewählten Mindesthöhe. Alles darüber legt der Leipziger Vermögensverwalter Evergreen in einer von drei Fondsstrategien an, von Stabilität über Balance bis Wachstum. Kommt bei der Jahresabrechnung eine Nachzahlung, wird sie aus dem Speicher beglichen. Ergibt die Abrechnung dagegen ein Guthaben, weil weniger Strom verbraucht wurde als über die Abschläge bezahlt, fließt es ebenfalls zuerst in den Speicher, bis dessen Mindesthöhe erreicht ist, und erst darüber hinaus ins Depot. Die Reihenfolge ist also immer dieselbe: zuerst der Puffer, dann die Geldanlage. Wer nur Strom möchte, kann den Tarif auch ohne Sparanteil abschließen.


Drei Töpfe, eine Abbuchung: Der Tarifrechner auf savin.one zeigt, wie sich der Monatsbetrag auf Strom, Puffer und Sparplan verteilt. Bild: Savin.one

Unser Weg durch den Tarifrechner

Wir starten dort, wo alle Interessenten starten: beim Tarifrechner auf savin.one. Postleitzahl, Adresse, geschätzter Jahresverbrauch, mehr braucht es nicht. Nach wenigen Sekunden zeigt uns der Anbieter die monatlichen Kosten und schlägt gleich einen gebündelten Betrag vor, der sich frei anpassen lässt. Die Tarifdetails haben wir uns als PDF gesichert: Arbeitspreis, Grundpreis, Laufzeit und Lieferbedingungen stehen dort auf einer Seite, ohne dass wir in die AGB blicken müssen. Einen Klick weiter landen wir im Kundenportal, wo Zählernummer, Bankdaten und für das Bundle zusätzlich Ausweis und Steuer-ID abgefragt werden, gefolgt von der Identitätsprüfung per Postident. Weil Strom und Depot getrennte Verträge sind, braucht es zwei SEPA-Mandate. Der Anmeldeprozess ist klar geführt, jeder Schritt erklärt sich selbst. Was uns beim Kleingedruckten auffällt: Der Stromvertrag läuft zwölf Monate und verlängert sich danach nur noch monatlich, gekündigt wird mit einem Monat Frist per Button im Portal. Die Kündigung beim bisherigen Versorger übernimmt Savin, Preisänderungen werden sechs Wochen im Voraus angekündigt und lösen ein Sonderkündigungsrecht aus. Sogar die Frage, ob Savin am vermittelten Depot mitverdient, beantworten die AGB offen.

Grün geprüft: Strom, Geld und Puffer

Beim Strom haben wir uns die Stromkennzeichnung angesehen. Der Strom stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen. Ein unabhängiges Ökostrom-Label wie Grüner Strom oder ok-power weist Savin allerdings nicht aus. Bei der Geldanlage sind wir rundum fündig geworden: Beide Fonds sind nach Artikel 9 der EU-Offenlegungsverordnung klassifiziert, der strengsten Stufe, Evergreen ist als B Corp zertifiziert, arbeitet mit Ausschlusskriterien und einem eigenen Nachhaltigkeitsausschuss und besitzt eine BaFin-Erlaubnis. Das angelegte Kapital ist Sondervermögen und damit im Insolvenzfall geschützt. Beim Geld-Strom-Speicher haben wir genauer hingesehen, weil er das Herzstück des Konzepts darstellt. Savin nennt ihn Sicherheitspuffer mit Verzinsung, und im Alltag trifft das zu: Nachzahlungen werden daraus beglichen, das Guthaben ist täglich verfügbar. Technisch gesehen ist er kein Tagesgeldkonto, sondern eine Anlage in Geldmarkt- und Kreditfonds mit variabler Verzinsung und einer Servicegebühr. Savin erklärt das in den FAQ offen und verständlich, wir hätten uns den Hinweis aber schon auf der Startseite gewünscht.

Schwarz auf weiß: Die Stromkennzeichnung, die Savin als PDF bereitstellt, weist den Tarif zu 100 Prozent als Ökostrom aus. Bild: Savin.one

Was das kostet

Beim Preis haben wir unsere Testadresse mit den Durchschnittswerten der Vergleichsportale abgeglichen. Der Arbeitspreis liegt nahe am Mittel alternativer Tarife, der Grundpreis fällt je nach Netzgebiet unterschiedlich hoch aus. Wechselboni gibt es bei Savin bewusst nicht, dafür auch keinen Bonus, der nach dem ersten Jahr wegfällt und den Preis dann sprunghaft steigen lässt. Beim Depot verlangt Evergreen weder Service- noch Depotgebühr und keinen Ausgabeaufschlag, die laufenden Fondskosten liegen über dem Niveau breiter Indexfonds. Unterm Strich bezahlt man keinen Aufschlag für die Bequemlichkeit, sondern einen Tarif im Mittelfeld plus eine Geldanlage ohne Depot- und Servicegebühren.

Unser Fazit: Savin löst ein Problem, das viele kennen. Der Stromabschlag ist bezahlt, die Nachzahlung kommt trotzdem, und fürs Sparen bleibt kein Geld übrig. Hier erledigt eine Abbuchung alle drei Aufgaben, der Anmeldeprozess ist einfach und klar strukturiert, die Vertragsbedingungen sind kundenfreundlich und die Nachhaltigkeit der Geldanlage ist so gut belegt, dass keine Fragen offenbleiben. Ein unabhängiges Ökostrom-Label würde das Paket noch abrunden, und wer den Puffer als Fondsanlage versteht, kann dessen Höhe bewusst wählen.

Bewertung: SAVIN – Strom & Invest

Transparenz und Vertragsbedingungen: 5,0
Nachhaltigkeit von Strom und Geldanlage: 4,5
Kosten und Konzept: 4,5

Gesamtpunkte: 4,7


Strom

Modell

Ein Vertrag, drei Töpfe

Siegel

Transparenz und Vertragsbedingungen:

5,0

Nachhaltigkeit von Strom und Geldanlage

4,5

Kosten und Konzept

4,5

Gesamtpunkte

4,7